Christoph Bottaru PhotoArt
AugenBlicke... für die Ewigkeit festhalten

Gesichter eines Stadtteils - ein Portrait der Vielfalt

Tomas Grohé
Seit 1989 wohne ich in Horst. In der Markenstraße. Im Hinterhaus der Nummer 14. Das war mal das Lagergebäude eines Baustoffhändlers - ist aber viel länger her. Wir haben das Haus per Mietkauf von den Erben gekauft. Und so sind wir dann Teil einer Eigentümergesellschaft geworden, die noch heute gut funktioniert.
So wie ganz am Anfang. Das war so:
Nach einem echt heftigen Umzugstag von RheinlandPfalz nach hier oben waren meine Frau und ich total geschafft und haben am nächsten Morgen deshalb etwas später angefangen, den LKW zu leeren und die Möbel und Kisten ins Haus zu tragen. Erst nach einer gewissen Zeit fiel uns auf, dass da ein Nachbar in der Hoftür stand und uns die ganze Zeit über beobachtet hat. Und als der LKW fast leer war – jedenfalls waren die Möbel alle schon raus, da kam er auf uns zu, stellte sich als Fritz Braun vor, der den Haushaltsgeräteladen im Vorderhaus betrieb. Und das Beste war: Er stellte noch mal fest, dass wir offensichtlich keine „weiße Ware“ – sprich Kühlschrank und Herd haben und fragte: „Wollt ihr da was haben – ich habe gerade frisch völlig intakte gebrauchte Geräte da?“
Das war mal eine Begrüßung! Wir mussten da nicht lange überlegen und er hat nicht lange gefackelt: Hat die Geräte mit seiner Sackkarre aus dem Laden geholt, in die kleine Küche geschafft und direkt angeschlossen. Und alles für lau, einfach nur so. Von Nachbar zu Nachbar. Danke Fritz.
Seitdem lieben wir Horst. Und wir haben uns im Laufe der Jahre mit unserem Garten eine richtige kleine Oase gebaut und ein Teil der mittlerweile auch über 30 jährigen Bäume, die ich als Jährlinge seinerzeit mitgebracht hatte, ist mit uns hier verwurzelt: so können wir im Schatten einer riesigen Palme sitzen, jedes Jahr reichlich Feigen und bald auch wieder Walnüsse ernten…
Und weil ich mich hier in Horst so wohl fühle, mache ich seit Jahren schon beim „runder tisch horst“ mit, bei „Horst putzt sich heraus“, habe kräftig geholfen, den Verein „Zukunft Horst“ zu gründen und war sogar drei Wahlperioden lang Bezirksverordneter.






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